Paartherapie

Wenn Sie das Gefühl haben, in Ihrer Beziehung läuft etwas (oder vieles) schief und Sie wollen diese Beziehung erhalten, dann warten Sie nicht, bis es zu spät ist – nehmen Sie rechtzeitig Beratung in Anspruch, um Klarheit und Entscheidungsfähigkeit zu gewinnen. Eine erfahrene Kollegin sagte mir einmal: 90 Prozent aller Ehen, die in eine Krise geraten sind, sind es wert gerettet zu werden! Die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Ehe dazugehört, ist also nicht gering…

Es erstaunt immer wieder, wie in Paarbeziehungen – in denen die Partner doch Nähe und Offenheit wünschen –  Tabuzonen entstehen und über Bedürfnisse und Wünsche nicht gesprochen wird, zumindest nicht in konstruktiver Weise. Zu den Erfahrungen in der Paartherapie gehört leider, dass viele Paare in der Krise sehr spät und etliche eben zu spät sich entschließen, Beratung und Hilfe anzunehmen. Zögern Sie nicht: Sie wissen, was auf dem Spiel steht!

Und noch etwas, auch wenn es vielleicht etwas unpassend wirkt: Vergleichen Sie einmal die Kosten einer Beratung mit den finanziellen und seelischen Belastungen einer Trennung! Wenn – nach Ihrem Gefühl –  Ihre Ehe zu den 90 Prozent gehört, die es wert sind, gerettet zu werden: machen Sie den Versuch! Und scheuen Sie sich nicht, in einer schwierigen Phase Ihrer Ehe einen neutralen und erfahrenen Dritten hinzu zu ziehen.

Grundsätze einer logotherapeutischen Paarberatung sind:

  • Das Paar soll seine besonderen Sinn- und Lebensmöglichkeiten bewusst erleben. Es wird in der Therapie kein Ziel vorgegeben (letztlich auch nicht das der Erhaltung der Beziehung, der Beratungsprozess ist ergebnisoffen).
  • Die Ressourcen und Kraftquellen des Paares, seine Zukunftsfähigkeit stehen im Mittelpunkt der Beratung.
  • Zwänge und Schuldzuweisungen der Paarvergangenheit sollen aufgelöst, Möglichkeiten eröffnet und neue Formen des Zusammenseins gefunden werden.

Stufen oder Schleifen des Beratungsprozesses sind:

  • Problemlandschaften klären: Belastungen, Bruchstellen, Verarmungen…
  • Verständigung einüben: vorwurfsfreies Sprechen, intensives Zuhören…
  • Selbstöffnung in Gegenwart des Partners: Erlebensmuster, Glaubenssätze, Verletzungen…
  • individuelle Entwicklungsherausforderungen durch die Partnerschaft: wer will ich für mich sein…
  • Lernprojekte entwickeln: wer wollen wir füreinander sein…
  • Veränderungen bewirken: den Alltag anders leben…
  • Entscheidungen treffen: wie geht mein/unser Leben weiter…
  • Nähe/Abstand: Bedürfnisse neu ausbalancieren…

In Paar- und in Einzel-Gesprächen lässt sich  klären, wo die Lebensentwürfe und Ziele der Partner auseinander gehen. Sind Freundschaft und Vertrauen als Grundlage der Partnerschaft lebendig (wenn auch zeitweise verschüttet)? Problematische Punkte in der Partnerschaft sollen nicht verleugnet, aber entgiftet werden. Und die Werte sollen wieder bewusst werden, die das Paar verbinden und auf deren Fundament sich eine Krise bewältigen und Gemeinsamkeit neu gestalten lässt.